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Vom Kabinenbau zum Schallschutz — Expertise seit Jahren
MDS.

Arbeitsplatz

Lärm im Großraumbüro reduzieren: Praktische Strategien für mehr Ruhe

Lärm im Großraumbüro reduzieren: Praktische Strategien für mehr Ruhe

Ein Kollege telefoniert drei Meter entfernt. Zwei Tische weiter diskutiert ein Team den nächsten Sprint. Die Kaffeemaschine rattert. Und Sie versuchen, sich auf eine komplexe Kalkulation zu konzentrieren. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigen: Dauerhafter Bürolärm ab 55 dB(A) senkt die Produktivität um bis zu 66 Prozent. Das entspricht ungefähr der Lautstärke eines normalen Gesprächs in drei Metern Entfernung. In den meisten Großraumbüros liegt der Pegel deutlich darüber.

Warum Großraumbüros so laut sind

Das Problem steckt in der Architektur. Große, offene Flächen mit harten Oberflächen reflektieren Schall. Glas, Beton und glatte Tischplatten werfen Schallwellen hin und her, statt sie zu absorbieren. Dazu kommt der Lombard-Effekt: Je lauter die Umgebung wird, desto lauter sprechen die Menschen. Ein Teufelskreis.

Die häufigsten Lärmquellen im Großraumbüro:

  • Telefonate und Videocalls: Besonders störend, weil das Gehirn bei einseitigen Gesprächen automatisch versucht, die fehlende Hälfte zu ergänzen.
  • Spontane Besprechungen: Kurze Absprachen am Schreibtisch, die sich in 20-minütige Diskussionen verwandeln.
  • Technische Geräusche: Drucker, Klimaanlage, mechanische Tastaturen.
  • Durchgangsverkehr: Laufwege, die direkt an Arbeitsplätzen vorbeiführen.

Was tatsächlich gegen Bürolärm hilft

Raumakustik verbessern

Der erste Schritt sind schallabsorbierende Materialien. Akustikdecken, Wandpaneele und Teppichboden können den Nachhall deutlich reduzieren. Die Nachhallzeit sollte unter 0,6 Sekunden liegen. Viele Büros erreichen Werte von über einer Sekunde.

Akustikpaneele aus Filz oder Schaumstoff kosten zwischen 30 und 150 Euro pro Quadratmeter. Sie senken den Geräuschpegel um 3 bis 8 dB, was das menschliche Ohr als deutlich leiser wahrnimmt.

Zonierung einführen

Trennen Sie laute und leise Bereiche. Telefon- und Besprechungszonen gehören nicht neben Arbeitsplätze, die Konzentration erfordern. Regale, Pflanzen und mobile Trennwände schaffen visuelle und akustische Barrieren, auch wenn ihr Dämmwert begrenzt bleibt.

Verhaltensregeln aufstellen

Manche Büros arbeiten mit einem Ampelsystem: Grün bedeutet "ansprechbar", Rot signalisiert Fokuszeit. Das funktioniert in der Theorie besser als in der Praxis. Denn wer dringend eine Antwort braucht, ignoriert rote Signale.

Akustikkabinen aufstellen

Die wirksamste Einzelmaßnahme sind geschlossene Kabinen. Eine Telefonbox oder Bürokabine mit professioneller Schalldämmung reduziert den Lärmpegel um 25 bis 35 dB. Das reicht, um selbst lautere Telefonate für Kollegen draußen unhörbar zu machen.

SilentBox bietet akustische Bürokabinen mit bis zu 35 dB Schalldämmung. Die Kabinen lassen sich ohne Umbaumaßnahmen direkt ins Büro stellen und bei Bedarf versetzen.

Im Vergleich zu baulichen Maßnahmen sind Office Pods schneller einsatzbereit. Während eine Raumrenovierung Wochen dauert, steht eine Schallschutzkabine innerhalb eines Tages. Das macht sie besonders attraktiv für Mietobjekte, wo bauliche Veränderungen eingeschränkt oder gar nicht möglich sind.

Lärm messen: So finden Sie die Problemzonen

Bevor Sie investieren, sollten Sie wissen, wo es am lautesten ist. Smartphone-Apps wie "Schallmessung" oder "Decibel X" liefern brauchbare Richtwerte. Für genauere Ergebnisse gibt es kalibrierte Schallpegelmesser ab 50 Euro.

Messen Sie an verschiedenen Arbeitsplätzen, zu verschiedenen Tageszeiten. Montag- und Freitagvormittag sind in vielen Büros die lautesten Zeiten, weil die Wochenplanung und -zusammenfassung stattfindet.

Orientierungswerte für Bürolärm:

Pegel Einordnung Auswirkung
Unter 40 dB(A) Sehr ruhig Optimale Konzentration
40-55 dB(A) Akzeptabel Leichte Ablenkung möglich
55-70 dB(A) Laut Produktivitätsverlust messbar
Über 70 dB(A) Sehr laut Gesundheitsrisiko bei Dauerbelastung

Der unterschätzte Kostenfaktor

Lärm kostet Geld. Wenn ein Mitarbeiter pro Tag 30 Minuten durch Lärm an Produktivität verliert, summiert sich das erheblich. Eine Akustikkabine amortisiert sich in den meisten Fällen innerhalb weniger Monate.

Dazu kommen indirekte Kosten: höhere Fluktuation, mehr Krankheitstage, geringere Mitarbeiterzufriedenheit. Die AOK berichtet, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz, zu denen auch Lärm gehört, für durchschnittlich 29,6 Fehltage pro Fall verantwortlich sind.

Kombinieren bringt am meisten

Die besten Ergebnisse erzielen Unternehmen, die mehrere Maßnahmen kombinieren:

  1. Raumakustik optimieren mit Absorbern an Decken und Wänden
  2. Zonen definieren für laute und leise Tätigkeiten
  3. Schalldichte Kabinen für Telefonate und vertrauliche Gespräche aufstellen
  4. Verhaltensregeln als Ergänzung, nicht als Hauptmaßnahme

Nächster Schritt

Sie möchten wissen, welche Lösung für Ihr Büro passt? Lesen Sie unseren Artikel über die Telefonbox fürs Büro oder erfahren Sie mehr über Fokusarbeit im Open Space.

Oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gern zu den passenden Akustiklösungen für Ihre Räumlichkeiten.

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